„Die erste Hochzeitstorte vergisst man nicht“
Januar 20, 2026
Wie bist du zu deinem Lehrberuf als Konditorin gekommen?
Dorothea: Ich habe schon als Kind sehr gerne beim Backen geholfen. Meine Eltern sind selbst Gastronomen und Hoteliers, im Betrieb hat der Papa gekocht, zuhause die Mama. Nach meinem Abitur am Valentin-Heider-Gymnasium in Lindau, wollte ich etwas Praktisches erlernen. Ein Freund von meinem Vater hat mich dann auf die Konditor-Lehre aufmerksam gemacht und mir die Ausbildung im Café Götze empfohlen.
Ein Studium war nie ein Thema?
Dorothea: Nein, ich wusste immer, dass ich zwar die Matura machen möchte, aber der theoretische Schul-Alltag nichts für mich ist. Als sehr praktisch orientierter Genussmensch kam mir das dreiwöchige Praktikum hier in Bregenz sehr gelegen.

Offensichtlich eine schöne und prägende Zeit für dich.
Dorothea: Auf jeden Fall! Ich wurde sehr herzlich aufgenommen, konnte alles ausprobieren und überall mitmachen. Alles waren superfreundlich zu mir. Somit war klar, dass ich die Lehre machen werde, durch mein Abitur mit verkürzter Lehrzeit. Und da gerade ein Lehrling den Betrieb verließ, konnte ich direkt nach dem Praktikum im Traditionsbetrieb von Gerhard Götze starten.
Was sind deine Aufgaben als Konditorin?
Dorothea: Wir backen Kuchen oder Torten und verzieren sie, machen Pralinen und Schokoladen, aber bereiten auch herzhafte Snacks wie Sandwiches oder Canapés zu. Das macht es sehr abwechslungsreich, denn so gerne ich Süßes habe, kann mir das schon mal zu viel werden. Außerdem bereite ich mich gerade auf den Lehrlingswettbewerb im März vor. Ein Teil der Prüfung ist ein Schokoladenschaustück, deshalb kommen mir die derzeitigen Oster-Vorbereitungen gerade recht.

Was davon gefällt dir am besten?
Dorothea: Ich mache zwar alles gern, aber das Fertigstellen und Ausdekorieren der Torten macht am meisten Spaß. Das Highlight war meine erste Hochzeitstorte samt Marzipanrosen und Beschriftung. Das Brautpaar war begeistert und hat sich beim Chef bedankt, was mich sehr gefreut hat. Schön ist aber auch, wenn man durchs Café läuft und die „Ahs“ und „Ohs“ der Leute hört, die vor unserer Vitrine stehen. Da ist man auf jeden Fall stolz auf seine Arbeit. Ich erlebe aber auch viele schöne Momente im Team, es geht sehr humorvoll und freundschaftlich zu.
Wie sehen deine Zukunftspläne aus?
Dorothea: Irgendwann auf jeden Fall die Selbstständigkeit, als ein eigenes Lokal. Nach meinem Abschluss im Herbst möchte ich aber noch meine herzhaften Skills verbessern und werde eine 9-monatige Kochschule besuchen.
Welche Eigenschaften sollten zukünftige Konditorinnen und Konditoren besitzen?
Dorothea: Es ist definitiv ein Vorteil, wenn man ein Morgenmensch ist, aber selbst ich als totale Nachteule habe meine Routine gefunden. Süßes sollte man schon mögen, denn das Verkosten ist enorm wichtig für das Erlernen von Geschmack und Konsistenz. Ein gewisses handwerkliches Geschick kann auch nicht schaden, Geduld ist auch eine wichtige Tugend.
Dein Tipp für alle Lehrstellensuchenden derzeit?
Dorothea: Da es so viele Berufe zur Auswahl gibt, erstellt eine Liste eurer Top-Jobs und schnuppert da rein. Gebt nicht beim ersten Widerstand auf, zeigt Interesse und Neugier.

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