„Fasziniert von Tradition und Hightech“
Dezember 29, 2025
Wie bist du zu deinem Lehrberuf gekommen?
Simon: Nach der Mittelschule Hittisau habe ich zuerst als Biathlet das Ski-Gymnasium in Stams besucht. Nach drei Jahren habe ich abgebrochen und danach die Bezauer Wirtschaftsschule abgeschlossen. Anschließend habe ich meinen Zivildienst bei der Rettung in Egg verbracht und hatte danach absolut keine Ahnung, was ich machen sollte. Über ein Inserat im Gemeindeblatt habe ich dann gesehen, dass die Mohrenbrauerei Brau- und Getränketechniker sucht. Das habe ich mir dann angeschaut, obwohl ich gar nicht wusste, was für ein Beruf das sein soll. Ich hab‘ mich zum Schnuppern gemeldet und es hat wie die Faust aufs Auge gepasst!
Was hat dich so begeistert?
Simon: Die Kombination aus traditionellem, eigentlich altmodischem Handwerk mit modernster Technik war und ist absolut faszinierend für mich. Es ist einfach sensationell, was da alles passiert! Zudem habe ich mich schon immer für Bier interessiert und Mohrenbräu ist eine bekannte Marke. Überrascht und begeistert hat mich aber auch das junge Team, was in der Brauereiszene nicht üblich ist.

Welche Aufgaben hat ein Brau- und Getränketechniker?
Simon: Um es kurz zu sagen: Wir brauen Bier. Wir begleiten die Grundzutaten Hopfen, Malz, Wasser und Hefe von ihrem Rohzustand bis zum Abfüllen in die Flaschen. Ob zum Start Sudhaus mit der Produktion der Maische, bei der Temperaturkontrolle im Gärkeller, Ernten der Hefe, Umfüllen und Reinigen der Tanks, Überwachung der Schaltzentrale, Bedienung der vollautomatisierten Prozesse oder Proben entnehmen und Messungen vornehmen – es ist ein an sich simpler, aber doch komplexer Prozess. Und genau das fasziniert mich so am Beruf. Ich vergleiche das auch gerne mit einem analog geführten Computerspiel: Wo muss wann welches Ventil geöffnet und geschlossen werden?
Was davon gefällt dir am besten?
Simon: Der Gärkeller ist meine Lieblingsabteilung, hier habe ich während meiner Lehrzeit die meiste Zeit verbracht, hier arbeite ich auch am besten. Der chemische Part der Gärung, wenn aus dem Zucker der Würze Alkohol und Kohlensäure entstehen, begeistert mich immer wieder aufs Neue. Aber die Arbeit macht mir generell viel Spaß. Ich wollte während der Lehre jeden Tag mehr darüber erfahren und wenn man sich für etwas interessiert, passierte auch das Lernen nebenbei, weil es sich nicht nach Lernen anfühlt.
Du hast die Lehre zwar abgeschlossen, aber was war das Highlight deiner Ausbildung?
Simon: Es wird zwar zur Routine, aber das erste selbst produzierte, abgefüllte und dann ins Glas gegossene Bier vergisst man nicht! Aber auch die Schulzeit und das Lob von Vorgesetzten waren schöne Momente.
Wie sieht es mit dem Thema Weiterbildung aus?
Simon: Den Biersommelier machen bei uns alle Lehrlinge im 3. Lehrjahr – da kenne ich auch keine andere Brauerei, die das macht. Diese Sensorik- bzw. Geschmacks-Kenntnisse brauche ich auch für meine Arbeit.
Welche Eigenschaften sollten Brau- und Getränketechniker haben?
Simon: Die Arbeitsmoral ist sehr wichtig – die Bierherstellung ist ein Handwerk. Bier sollte man auf jeden Fall mögen, ansonsten müsste man den Beruf bei einem Fruchtsafthersteller wie Rauch ausüben. Man muss genau arbeiten und gerade im Sommer kann es auch körperlich sehr anstrengend sein.
Dein Tipp für alle Lehrstellensuchenden derzeit?
Simon: Schaut euch nicht nur Lehrstellenportale online an, sondern durchwühlt auch Zeitungen. Seid offen für alles und lasst euch auch auf Berufe ein, die ihr zwar nicht kennt, die aber interessant klingen.
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