„Handwerksvielfalt an der frischen Luft“
April 14, 2026
Nach zwei Abschlüssen hast du dich nochmals für eine Lehre als Landschaftsgärtner entschieden. Weshalb?
Lukas: Der Beruf hat mich schon als Jugendlicher begeistert. Ich habe zwar auch reingeschnuppert, aber damals als 15-Jähriger war es allein durch den täglichen Arbeitsweg nicht vorstellbar.
Wie sah dein Bildungsweg stattdessen aus?
Lukas: Zuerst habe ich die 3-jährige Landwirtschaftsschule abgeschlossen. Da mich aber auch Holz sehr interessiert, schloss ich anschließend eine Doppellehre als Zimmerer und Bautechnischer Zeichner im Bregenzerwald ab.
Und wie kam es dann zu deiner Ausbildung beim Maschinenring?
Lukas: Durch einen glücklichen Zufall. Bei einem Faschingsfest traf ich meinen jetzigen Ausbildner Stefan, den ich schon von früher aus der Branche kannte. Er erzählte mir von seiner Arbeit beim Maschinenring und schon kurz darauf startete ich dort. Und da ich nicht als Hilfsarbeiter angestellt sein wollte, entschied ich mich für eine verkürzte Lehrzeit zum Landschaftsgärtner. Die Berufsschule ist abgeschlossen, im Mai findet meine Lehrabschlussprüfung statt.
Was begeistert dich derart an der Landschaftsgärtnerei?
Lukas: Es ist ein schöner, abwechslungsreicher Beruf in der Natur, der vielerlei Handwerk verbindet. Je nach Auftrag gibt es Beton-, Stahl-, Pflaster- oder Erdarbeiten mit unterschiedlichsten Maschinen und Werkzeugen. Dazu kommt auch die Bepflanzung: Allein fürs Fach Botanik müssen wir 400 Pflanzen und deren lateinische Namen kennen. Schön ist auch, dass wir projektbezogen arbeiten, vom Anfang bis zum Schluss an einer Sache dran sind und so den ganzen Fortschritt mitbekommen. Jedenfalls gefällt mir dieser Beruf derart, dass ich mir auch eine Karriere vorstellen kann und es absolut wert war, nochmals eine Lehre zu starten.

Welche dieser vielen Aufgaben gefällt dir am besten?
Lukas: Oh, da kann ich keine einzelne herauspicken, es ist das Gesamtpaket. Die Handwerksvielfalt an der frischen Luft. Das angenehme an der Tätigkeit für den Maschinenring ist auch, dass die Teams sehr selbstständig arbeiten und Entscheidungen treffen können – von der Baubesichtigung bis zur Umsetzung. Unsere Arbeit beginnt, wenn ein Bauplatz noch aussieht, als ob eine Bombe eingeschlagen hätte. Wir kümmern uns dann darum, dass alles wieder schön und ordentlich ist.
Was war bisher das Highlight deiner Ausbildung?
Lukas: Unsere Arbeit im Rathausquartier in Hohenems, der Park um die Villa Rosenthal. Das war wirklich cool und spektakulär, eine Arbeit, auf die man stolz sein kann.
Wenn sich jemand für deinen Beruf interessiert: Welche Eigenschaften sollten zukünftige Landschaftsgärtner:innen haben?
Lukas: Auf jeden Fall sollte man handwerklich begabt sein und sich der Gesamtheit des Berufes bewusst sein. Ansonsten lieber auf einzelne Tätigkeiten wie das Pflastern oder die Pflanzen konzentrieren. Auch die Arbeit in der freien Natur muss man mögen und das Wetter muss einem egal sein.
Und welchen Tipp hast du für alle Lehrstellensuchenden?
Lukas: Auch in strengen Zeiten nicht aufgeben, sondern durchbeißen. Jeder Abschluss lohnt sich, ich bereue keinen meiner Schritte und konnte überall viel mitnehmen. Wenn man allerdings schon beim Start merkt, dass es nicht der richtige Beruf ist, ehrlich zu sich selbst sein, aufs Herz hören, abbrechen und den Beruf suchen, der einen glücklich macht.

Fotos: Stefan Kothner Photography
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