“Man erlebt täglich enorme Fortschritte“

November 10, 2025

Holz hat ihn eigentlich nie interessiert, aber ein Praktikum veränderte alles: Linus Oberhofer (20) über seine Ausbildung zum Zimmerer bei Sohm Holzbautechnik in Alberschwende.

Wie sah dein Weg zum Zimmerer aus?

Linus: Nach der Mittelschule in Alberschwende habe ich die Werkraumschule besucht und habe mich auf die Berufe Elektriker und Schlosser konzentriert. Mit Holz wollte ich nie etwas zu tun haben. Aber das Elektro-Thema hat mir nicht gefallen und das Schnuppern beim Schlosser hat das Corona-Virus verhindert. Mein Pensum an Praktika musste ich trotzdem voll bekommen und da ich jemanden kannte, der bei Sohm Holzbautechnik arbeitet, habe ich mich dort gemeldet und eine Woche mit Schnuppern verbracht.

 

Das muss eine eindrückliche Woche gewesen sein.

Linus: Und wie! Zuerst habe ich zwei Tage in der Werkshalle verbracht, den Rest dann mit unserem Schreiner auf Montage. Einmal ging es nach Bludenz, ein andermal haben wir Lattenrost bei Ferienwohnungen am Pfänder montiert. Das war auf jeden Fall etwas Besonderes. Danach ist es schnell gegangen: Nach kurzer Überlegung habe ich mich für eine Lehrstelle gemeldet und bekam gleich die Zusage.

 

Was gehört alles zu den Aufgaben eines Zimmerers?

Linus: Wir stellen Häuser und Holzkonstruktionen her, vom Dachstuhl bis zum Boden. Dazu gehört einerseits die Arbeit in der Werkstatt: Hier werden die benötigten Holzelemente produziert. Und andererseits die Arbeit auf der Montage: Hier werden die Bauteile aufgestellt und zusammengebaut.

 

Und was davon gefällt dir am besten?

Linus: Mir macht die Arbeit draußen auf Montage mehr Spaß: Es ist abwechslungsreicher, man ist an der frischen Luft und täglich erlebt man enorme Fortschritte, die man gemeinsam erreicht hat. Auch die Arbeit mit Holz gefällt mir jetzt besser. Aktuell mache ich sogar mein zusätzliches Ausbildungsjahr zum Zimmereitechniker.

 

 

Was waren die Highlights, die du im Rahmen der Ausbildung bei Sohm Holzbautechnik erlebt hast?

Linus: Gleich mal zu Beginn meiner Lehre haben wir eine beeindruckende Team-Lodge eines Tiroler Hotels aufgestellt, eine richtig „ghörige“ Hütte! Außerdem macht man viel für uns insgesamt 14 Lehrlinge: Es gibt mindestens einen Ausflug im Jahr und es findet eine ganze Lehrlings-Woche statt mit Projekten und Kursen. Und auch die Projektwoche der Holzbau-Innung war etwas Besonderes: Dabei stellen alle Vorarlberger Zimmerei-Lehrlinge im ersten Lehrjahr ein kleines, gemeinnütziges Bauprojekt um – und das alles von Hand, ohne Maschinen. Und beim Aufrichten am Ende der Woche sind dann auch die Firmenchefs und Ausbilder dabei.

 

Wenn sich jemand für deinen Beruf interessiert: Was sind die wichtigsten Voraussetzungen, um als Zimmerer zu starten?

Linus: Die Arbeit sollte einem auf jeden Fall Spaß machen. Auch Höhenangst ist hier fehl am Platz. Man darf auch kein Problem damit haben, oftmals für ein paar Tage weg zu sein, da Baustellen auch in anderen Bundesländern oder in Süddeutschland sein können.

 

Dein Tipp für alle Lehrstellensuchende?

Linus: Wie man in meinem Fall erkennen kann, sollte man sich viele verschiedene Berufe anschauen und sich nicht nur auf ein Thema fixieren.