„Nehmt eure Hände aus dem Hosensack“

Februar 9, 2026

Notenschnitt von 1,3, aber zu viel Theorie in der Schule: Ian Dorner (17) über seine Lehre zum KFZ-Techniker beim Autohaus Koch in Feldkirch.

Wie bist du zu deinem Lehrberuf als KFZ-Techniker für PKW gekommen?

Ian: Inspiriert dazu hat mich mein Onkel. Er führt selbstständig eine Werkstatt in Innsbruck, mein Vater und ich haben ihn hin und wieder dort besucht und konnte jedes Mal mithelfen beim Schrauben und Tüfteln. Während der Schulzeit hat mich eigentlich kein Job richtig interessiert.

 

Stichwort Schulzeit: Wie sah dein Weg zur Lehre aus?

Ian: Nach der Mittelschule Oberau Giesingen wollte ich eigentlich an die HAK, um die Matura zu machen, aber meine Noten waren zu schlecht dafür. Also ging es erst für ein Jahr an die HAS, habe gelernt wie noch nie und meine Noten auf einen Schnitt von 1,3 hochgepusht. Dann ging es tatsächlich an die HAK, nur habe ich nach einem halben Jahr feststellen müssen, dass mir die Schule mit all der Theorie einfach zu langweilig war. Also habe ich mit meinen Eltern gesprochen und erklärt, dass ich gerne eine Lehre machen möchte. Ich habe Lehrlingsmessen besucht, war vom Modehandel bis zum Handwerk in verschiedensten Branchen schnuppern.

 

Und wie kam es zu deiner Ausbildung beim Autohaus Koch?

Ian: Die zwei Schnuppertage hier haben mir am besten gefallen. Alle waren nett, höflich, haben mir alle Bereiche und Arbeiten verständlich und genau erklärt. Für mich war klar, dass ich hier starten möchte. Ich habe mich beworben und wurde genommen – dabei kam auch mein Zeugnis gut an. Das halbe Jahr bis zum Start der Lehre habe ich dann mit Küchenarbeit in einem Seniorenheim überbrückt und auch diese Zeit war sehr wertvoll für mich.

 

Was sind deine wichtigsten Tätigkeiten als KFZ-Techniker?

Ian: Gestartet habe ich mit der Reifenwechsel-Saison vor dem Winter. Das war hart, aber nach ein paar Wochen bekommt man eine Routine dafür. Jetzt bin mit Autoservice-Tätigkeiten beschäftigt: Ölwechsel, Lichter-Check, Bremsenkontrolle, Batterie kontrollieren usw. Alles, was mit den Bremsen zu tun hat, sind sehr verantwortungsvolle Aufgaben, die genaues Arbeiten erfordert – das gefällt mir besonders.

 

 

Ist das Auto-Thema seit dem Lehrbeginn nun spannender für dich?

Ian: Auf jeden Fall! Ich finde Sportwagen sehr faszinierend, wenn ich zB an den Audi A6 denke. Privat kann ich mein Wissen aktuell nutzen, um an meinem Moped rumzuschrauben und im Sommer kann ich endlich mit dem Führerschein beginnen.

 

Wie sehen deine Zukunftspläne aus?

Ian: Erst einmal die Lehre abschließen. Irgendwo im Hinterkopf schwebt zwar die Idee von der Selbstständigkeit, aber zuerst möchte ich viele Erfahrungen sammeln. Ich hab‘ ja noch Zeit.

 

Welche Voraussetzungen sollten angehende KFZ-Techniker mit sich bringen?

Ian: Interesse für Autos wäre schon wichtig, da man den ganzen Tag mit nichts anderes zu tun hat. Handwerkliches Geschick ist zwar von Vorteil, aber hier lernt man bei der Arbeit und in der Berufsschule enorm viel dazu.

 

Und welchen Tipp hast du für andere Lehrstellensuchende?

Ian: Schnuppert in alle Branchen hinein – ihr werdet überrascht sein, was es alles gibt und was euer Interesse weckt. Zeigt beim Schnuppern echtes Interesse für den Beruf und – wie man es mir schon sagte – nehmt eure Hände aus dem Hosensack.