„Produktionsanlagen zum Leben erwecken“

Februar 16, 2026

Mit 14 schnupperte er in über 20 Unternehmen, nun steht er vor dem Lehrabschluss: Katada Mohammed Oglu (18) über seine Elektrotechnik-Ausbildung zum Anlagen- und Betriebstechniker bei Henkel in Dornbirn.

Wie sah dein Weg zum Elektrotechniker aus?

Katada: Der Plan war eigentlich, nach der Mittelschule Hörbranz die HTL als Softwareentwickler zu besuchen, aber ich habe dann schnell gemerkt, dass ich auch etwas mit meinen Händen machen musste. Ich war schon immer der Tüftler. Und mit 13/14 kam auch vermehrt das technische Interesse hinzu und ich habe alles Mögliche auseinandergeschraubt: Elektrotechnik verbindet Denkarbeit und Handwerk. Also habe ich mich schon während meiner Schulzeit nach möglichen Lehrstellen umgesehen.

 

Du bist also oft schnuppern gegangen?

Katada: Ganz genau, ich habe in der Mittelschule zwischen 20 und 30 Unternehmen von Hörbranz bis Bludenz zum Schnuppern besucht. Ich habe auf der Plattform myLehre fast die komplette Unternehmensliste für Elektrotechnik durchgemacht. Später habe ich dann aussortiert, was mir wo gefallen hat. Bewerbungen habe ich noch mehr geschrieben, einfach um so viele Optionen wie möglich zu haben. Ich wollte früh damit beginnen, aber das hat auch zu Schwierigkeiten mit den Lehrern geführt.

 

Inwiefern?

Katada: Naja, wir hatten nur ein gewisses Kontingent für Schnuppertage. Es hat nicht allen Lehrpersonen gefallen, dass ich trotz Bestätigungen so oft weg war. Nach Rücksprache mit der Direktorin ging das dann aber in Ordnung, da meine Noten gut waren und ich den Unterrichtsstoff nachgeholt habe. Meiner Meinung nach sollte es hier viel mehr Unterstützung und Zeitkontingente fürs Schnuppern und die Berufsorientierung geben.

 

 

Wie kam es dann zu deiner Ausbildung bei Henkel?

Katada: Hier hat mir das Gesamtpaket gefallen. Die Aufgaben, die Atmosphäre, das Team und auch die Erreichbarkeit von zuhause. Außerdem ist es ein großes Unternehmen – das war wichtig für mich – aber es gibt nicht allzu viele Lehrlinge. Somit fühlt man sich individuell betreut und nicht als „Nummer“. Aktuell sind wir sechs Lehrlinge und suchen gerade nach neuen.

 

Was sind deine wichtigsten Aufgaben als Anlagen- und Betriebstechniker?

Katada: Es ist ein großes Aufgabengebiet, denn es betrifft alle unsere Produktionsmaschinen. Meine Arbeit beinhaltet Aufbau, Inbetriebnahme und Fehlersuche an allen elektrischen Anlagen, sowie das Verdrahten von Schaltschränken.

 

Und was davon gefällt dir am besten?

Katada: Die Inbetriebnahme! Da wird die Anlage erstmals zum Leben erweckt. Man erkennt, was alles richtig gemacht wurde und wo nachgebessert werden muss. Wenn dann schlussendlich alles perfekt zusammenpasst und funktioniert ist das schon ein großartiges Gefühl.

 

Was war bisher das tollste Lob oder der schönste Moment, den du erlebt hast?

Katada: Der Abschluss des Lehrlingsleistungswettbewerbs mit gutem Erfolg war ein richtig geiler Moment, zumal nur wenig zum ausgezeichneten Erfolg gefehlt hat. Auch gibt es regelmäßig firmeninterne Aktivitäten, aber am coolsten war der Ausflug mit unseren Lehrlingen zur Hauptzentrale in Wien samt Austausch und Programm mit den Auszubildenden dort.

 

 

Welche Voraussetzungen sollten Elektrotechniker mit sich bringen?

Katada: Interesse an Technik ist das A und O. Verantwortungsbewusstsein, logisches Denken, Mathe und Physik sind auch wichtig. Den handwerklichen Umgang kann man hingegen gut lernen.

 

Dein Tipp für andere Lehrstellensuchende?

Katada: Schnuppern, schnuppern, schnuppern – nur so lernt man Unternehmen und Berufe kennen. Und da es mit der Schule höchstens ein paar Messebesuche gibt, kümmert man sich am besten selbst darum.