„Schwindelfrei und keine linken Hände“
April 27, 2026
Du machst eine Doppellehre: Welcher Beruf stand an erster Stelle?
Samuel: Das Dachdecken. Mein Opa war Dachdecker, mein Onkel ist auch einer. Es ist ein schönes, abwechslungsreiches Handwerk, man ist viel an der frischen Luft und hat viel Bewegung. Das war für mich besonders wichtig, da ich ohnehin nie ruhig sein kann und mir keinen Beruf im Sitzen vorstellen könnte. Schon als Kind habe ich gerne geschraubt und gebastelt, es war klar, dass es bei mir Richtung Handwerk gehen würde.
Und wie kam es zu deiner Ausbildung bei der Dachdeckerei Rusch?
Samuel: In meiner Schulzeit an der MS Alberschwende gingen wir auch Schnuppern, u.a. auch zu Rusch. So konnte ich den Beruf einmal selbst ausprobieren und fand ihn sehr cool. Zur Sicherheit habe ich mir auch 2-3 andere Lehrberufe angesehen, aber danach stand fest, dass ich hier anfangen möchte.

Und weshalb die Doppellehre?
Samuel: Die Spenglertätigkeiten sind essenziell für uns, eigentlich brauchen wir sie bei jedem Auftrag. Dadurch habe ich auch zwei Abschlüsse in vier Jahren.
Was sind deine Aufgaben als Dachdecker und Spengler?
Samuel: Wir errichten unterschiedliche Dächer aus verschiedensten Materialien. Bei einem Giebeldach werden etwa Ziegel mit dem Kran aufs Dach transportiert und von uns dann verlegt. Andere Oberflächen werden z.B. geflämmt oder abgedichtet, wie etwa Balkone, Vordächer oder Garagendächer. Fallrohre, Regenrinnen, Einfassungen, Blechdächer usw. sind entsprechende Spengleraufgaben, die zu unserem Aufgabenbereich gehören.
Welche dieser Aufgaben gefällt dir am besten? Worin bist du richtig gut?
Samuel: Beim Flämmen der Bitumenabdichtungen. Generell bei allen Tätigkeiten auf dem Dach. Dabei wird man im Sommer auch schön braun, heuer konnten wir schon öfters die kurze Hose auspacken.

Du bist jetzt im zweiten Lehrjahr: Was war bisher das Highlight deiner Ausbildung?
Samuel: Im Sommer 2025 waren wir eine ganze Woche in Deutschland auf Montage. Bei einem Steildach habe ich beim Verlegen der Sarnafil-Folie geholfen. Die eine Dachseite hatte einen Neigungswinkel von 60°, die andere 40° – da muss man sich schon gut überlegen, wie man das zusammenschweißt. So einen Einsatz vergisst man jedenfalls nie wieder.
Welche Eigenschaften sollten zukünftige Dachdecker und Spengler haben?
Samuel: Man sollte keine Höhenangst und keine zwei linken Hände haben. Teamfähigkeit ist auch wichtig, wir sind immer mindestens zu zweit auf jeder Baustelle.
Dein Tipp für alle Lehrstellensuchenden?
Samuel: Schaut euch nicht nur einen Betrieb und einen Beruf an, sondern so viele wie nötig sind, bis ihr den Lehrberuf gefunden habt, an dem ihr die größte Freude habt. Das Gehalt hat keine Priorität, denn nur wenn der Job Spaß macht, habt ihr auch Motivation, um täglich zur Arbeit zu gehen.
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