„Tausendstel können entscheidend sein“

September 28, 2026

Seinen Beruf lernte er erst nach seinem Lehrstart kennen: Adrian Pap (18) wird bei Hilti in Thüringen zum Fertigungsmesstechniker ausgebildet.

Kaum jemand kennt deinen Beruf: Wie hast du deine Lehrstelle gefunden?

Adrian: Zugegeben, ich habe die Ausbildung selbst nicht gekannt. Eigentlich habe ich eine Ausbildung im Maschinenbau oder als Zerspanungstechniker gesucht.

 

Und wie kam es dann zu deiner Lehre bei Hilti?

Adrian: Nach der Mittelschule habe ich zuerst die HTL besucht, aber nach zwei Jahren abgebrochen, da ich Geld verdienen und unabhängig sein wollte. Ich habe über das Portal myLehre nach Lehrstellen zum Maschinenbau gesucht, war bei sieben Unternehmen schnuppern und habe mich für Hilti entschieden, da mein Vater und Opa bei Hilti in Schaan arbeiten bzw. gearbeitet haben und nur Positives berichten konnten. Nach einem halben Jahr hat man mir intern die Ausbildung zum Fertigungsmesstechniker vorgestellt. Ich war begeistert und sah die Chance für eine berufliche Weiterentwicklung.

 

Was sind die Aufgaben eines Fertigungsmesstechnikers?

Adrian: Wir kümmern uns um die Wareneingangsprüfung. Für die Produktion unserer Maschinen bekommen wir viele externe Teile geliefert: Dichtungsringe, Federn, Lagerbuchsen und vieles mehr. Hier muss genauestens geprüft werden, ob alle Werte passen, damit beim Verbauen alles reibungslos läuft. Die Grundausbildung ist allerdings identisch zum Maschinenbau: Im ersten Jahr wird gefräst, gebohrt und geschliffen. Im zweiten Lehrjahr lernt man die Bedienung der computergesteuerten Geräte und nun im dritten Jahr beginne ich mit meinen Aufgaben in der Messtechnik.

 

Was gefällt dir an diesem Beruf?

Adrian: Es ist ein abwechslungsreicher und vertrauensvoller Beruf, ich fühle mich als wertvolles Mitglied der Produktionskette. Und anders als im Maschinenbau bin ich nicht nur Vollgas in der Produktion beschäftigt, sondern bediene unterschiedlichste Hightech-Geräte der Messtechnik.

 

 

Welche persönlichen Talente und Eigenschaften helfen dir beim Job?

Adrian: Ich bin verantwortungsbewusst und unterstütze gerne die Mitarbeiter:innen unseres Teams. Als Eishockeyspieler kenne ich mich damit bestens aus. Mein Hobby war mit ein Grund, weshalb ich mein eigenes Geld verdienen wollte.

 

Was war bisher das Highlight deiner Ausbildung?

Adrian: Im zweiten Lehrjahr konnten wir beim Entstehen des Kinderhauses hier in Thüringen mithelfen. Das waren wertvolle Erfahrungen und eine schöne Abwechslung vom Lehrlingsalltag.

 

Welche Voraussetzungen sollten angehende Fertigungsmesstechniker:innen besitzen?

Adrian: Mathematisches Verständnis und ein räumliches Vorstellungsvermögen sind sehr wichtig für den Beruf, gerade, wenn man sich mit den Bauplänen und Zeichnungen der Bauteile beschäftigt. Sorgfalt und genaues Arbeiten sind ebenfalls entscheidend, wir müssen auf viele Details achten, Tausendstel können entscheidend sein.

 

Dein Tipp für andere Lehrstellensuchende?

Adrian: So viele Lehrberufe und Stellen wie möglich anschauen und sich nicht nur auf ein Thema konzentrieren. Man bekommt so verschiedene Eindrücke und hat notfalls einen Plan B, sollte es mit dem Favoriten nicht klappen.