“Wie eine zweite Familie für mich!“

August 11, 2025

Mit einem eigenen Hof war der Grundstein für die Karriere gelegt: Johanna Hofer (19) über ihre Ausbildung zur Fleischverarbeiterin und – verkäuferin bei Korle’s Metzg in Egg.

Wie bist du zu deinem Lehrberuf gekommen?

Johanna: Nach der Mittelschule habe ich die 3-jährige Landwirtschaftsschule besucht. Da wir zuhause in Hittisau einen kleinen Hof haben, war dieser Weg schon mal von Anfang an klar. Eigentlich lag ursprünglich der Fokus auf der Verarbeitung von Milch, aber die Fleischverarbeitung hat mir dann doch viel besser gefallen, die Tätigkeiten sind auch abwechslungsreicher.

 

Und wie kam es zu deiner Lehrstelle bei Korles Metzg?

Johanna: Da ich Konrad, meinen jetzigen Chef, bereits kannte, habe ich einen zweitägigen Schnuppertermin vereinbart. Ich durfte gleich beim Auslösen und Wursten helfen – und es hat mir wirklich sehr getaugt! Also habe ich schon am zweiten Tag nach einer Lehrstelle gefragt und bekam nach einer Woche eine Doppellehre angeboten: als Fleischverarbeiterin und als Verkäuferin an der Ladentheke. Da ich mir den Verkauf aber zuerst gar nicht vorstellen konnte, ging ich nochmals Schnuppern. Danach war ich überzeugt und bin jetzt sehr froh darüber, dass ich mich dafür entschieden habe. Durch mein Fachwissen kann ich unsere Kunden nun auch viel besser beim Einkauf beraten und auch an unserem Hof gehen viele Tätigkeiten Hand in Hand.

 

 

Was gehört nun alles zu deinen Tätigkeiten?

Johanna: Fleisch auslösen und zuschneiden, Wursten, Speckspritzen, Steaks und andere Stücke marinieren und für den Verkauf vorbereiten, der Fleischverkauf vorne im Laden oder Platten und Brezel für Caterings herrichten. Wenn wir Wild geliefert bekommen, muss auch das Fell abgezogen werden. Das Schlachten ist heutzutage nicht mehr verpflichtend, aber für mich gehört es zum Beruf dazu. Einmal durfte ich bereits dabei sein. Und auch wenn es sehr anstrengend war – an diesem Tag wurden zehn Tiere geschlachtet – herrschte dank der ruhigen und entspannten Art meines Chefs eine gute Atmosphäre für diese Art der Arbeit.

 

Und welche deiner Aufgaben gefällt dir am besten?

Johanna: Zuschneiden und Wursten gefallen mir besonders, aber auch das Abfüllen vom Leberkäse läuft wunderbar. Zu den besonderen Momenten gehört natürlich auch die Qualitätskontrolle: Nichts schmeckt besser als ein frisches Wienerle!

 

Apropos besondere Momente: Was sind die Highlights in deinem Lehrberuf?

Johanna: Unser Team ist einfach toll, ebenso wie die Stimmung. Es ist wie eine zweite Familie für mich! Wir haben alle ein sehr cooles Verhältnis miteinander, auch mit dem Chef kann man jederzeit über alles sprechen. Zwei Highlights gab es bisher: Das „Ufrichta“ nach dem Bau von Konrads Metzgerei in Langenegg – das war ein Fest, von dem man jetzt noch spricht. Und natürlich unser jährlich stattfindender Metzgerball.

 

 

Wenn sich jemand für deinen Beruf interessiert, welche Voraussetzungen sind dafür notwendig?

Johanna: Es ist auf jeden Fall ein sehr anspruchsvoller und körperlich anstrengender Beruf, also sollte man am besten volljährig sein. Der Besuch der Landwirtschaftsschule ist auf jeden Fall ideal. Im Rahmen der Praxis nimmt man auch an einer Schlachtung teil und spätestens dann weiß man, ob man für die Fleischverarbeitung geeignet ist oder nicht.

 

Welche Tipps hast du für andere Lehrstellensuchende?

Johanna: Schnuppern, schnuppern, schnuppern – nie zu scheu sein, um etwas anzuschauen oder auszuprobieren. Ist nichts Passendes dabei, gleich den nächsten Termin vereinbaren und wirklich alle Schnuppergelegenheiten an der Schule nutzen!