Lehre als

Orthopädietechnik – Orthesentechnik

Menschen, die geschwächte oder fehlgebildete Körperteile haben, sind auf Hilfsmittel, so genannte Orthesen angewiesen. Wähle diesen Beruf, wenn du handwerklich begabt bist und deine Fähigkeiten im Wohle der Menschen einsetzen willst.

Kurzbeschreibung

Orthopädietechniker*innen im Bereich Orthesentechnik stellen medizinisch-technische Heil- und Hilfsmittel her, die zur Entlastung bzw. Stützung geschwächter oder fehlgebildeter Körperteile dienen. Orthesen sind z. B. Stützmieder, Bandagen, Fußstützen, Beinstützen, Kniestützen und Rumpfstützen. Orthopädietechniker*innen stellen diese Orthesen nach medizinischen Unterlagen her. Dabei verarbeiten sie Werkstoffe wie Holz, Metall und Kunststoffe. Sie informieren und beraten ihre Kund*innen bei den Anproben und nehmen körpergenaue Anpassungen vor. Sie arbeiten in Werkstätten von orthopädischen Fachgeschäften oder in orthopädischen Abteilungen von Krankenhäusern im Team mit Berufskolleg*innen, Fachärzt*innen für Orthopädie und Physiotherapeut*innen.

Tätigkeiten

  • auf der Grundlage von ärztlichen Verordnungen orthopädische Produkte und Behelfe herstellen
  • Kund*innen und Patient*innen beraten und informieren
  • technische und medizinische Unterlagen anfertigen, lesen und anwenden
  • Werkstücke abmessen, abformen und modellieren; Einzelstücke in Handarbeit anfertigen
  • dabei verschiedene Holz- und Metallverarbeitungstechniken anwenden, wie z. B. Schneiden, Sägen, Schleifen, Bohren, Fräsen Formen, Löten, Nieten, Kleben, Leimen
  • Orthesen an den oberen und unteren Gliedmaßen (Extremitäten) anpassen
  • Orthesen instandhalten und reparieren
  • Stoma- und Inkontinenzartikel herstellen und anpassen
  • Kompressionsbandagen konstruieren und aufbauen
  • orthopädische Schuhzurichtungen an Konfektionsschuhen durchführen
  • Maschinen, Geräte und Werkzeuge reinigen, pflegen und einfache Instandhaltungsarbeiten durchführen

So viel wirst du in etwa verdienen

Dein Lehrlingseinkommen (brutto) laut Kollektivvertrag (Stand 2026).

932

1. Lehrjahr

laut Kollektivvertrag

1.085

2. Lehrjahr

laut Kollektivvertrag

1.411

3. Lehrjahr

laut Kollektivvertrag

1.887

4 Lehrjahr

laut Kollektivvertrag

Anforderungen

Jeder Beruf erfordert ganz spezielle Sach- und Fachkenntnisse, die in der Ausbildung vermittelt werden. Daneben gibt es auch eine Reihe von Anforderungen, die praktisch in allen Berufen wichtig sind. Dazu gehören: Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit und Pünktlichkeit, genaues und sorgfältiges Arbeiten, selbstständiges Arbeiten, Einsatzfreude und Verantwortungsbewusstsein. Auch die Fähigkeit und Bereitschaft mit anderen zusammen zu arbeiten (Teamfähigkeit) und Lernbereitschaft sind heute kaum noch wegzudenken.

Welche Fähigkeiten und Eigenschaften in DIESEM Beruf sonst noch erwartet werden, kann von Betrieb zu Betrieb sehr unterschiedlich sein. Die folgende Liste gibt dir einen Überblick über weitere Anforderungen, die häufig gestellt werden.

 

Denk daran: Viele dieser Anforderungen sind auch Bestandteil der Ausbildung.

 

Körperliche Anforderungen: Welche körperlichen Eigenschaften sind wichtig?

  • Auge-Hand-Koordination
  • Farbsehen
  • Fingerfertigkeit
  • gute körperliche Verfassung

 

Sachkompetenz: Welche Fähigkeiten und Kenntnisse werden von mir erwartet?

  • Anwendung und Bedienung digitaler Tools
  • Datensicherheit und Datenschutz
  • gutes Gedächtnis
  • handwerkliche Geschicklichkeit
  • räumliches Vorstellungsvermögen
  • technisches Verständnis
  • Zahlenverständnis und Rechnen

 

Sozialkompetenz: Was brauche ich im Umgang mit anderen?

  • Kommunikationsfähigkeit
  • Kund*innenorientierung

 

Selbstkompetenz: Welche persönlichen Eigenschaften sollte ich mitbringen?

  • Aufmerksamkeit
  • Belastbarkeit / Resilienz
  • Beurteilungsvermögen / Entscheidungsfähigkeit
  • Flexibilität / Veränderungsbereitschaft
  • Geduld
  • Sicherheitsbewusstsein
  • Umweltbewusstsein

 

Methodenkompetenz: Welche Arbeits- und Denkweisen sind wichtig?

  • Kreativität
  • logisch-analytisches Denken / Kombinationsfähigkeit
  • Planungsfähigkeit
  • Prozessverständnis
  • systematische Arbeitsweise

Berufsschulen

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Landesberufsschule Graz 1

Hans-Brandstetter-Gasse 12

8010 Graz

Berufsschule für Maschinen- und Fertigungstechnik und Elektronik

Apollogasse 1

1070 Wien

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FAQs

Du hast Fragen? Wir haben Antworten.

Welche Lehrlingsinitiativen gibt es in meiner Region?

In Vorarlberg gibt es eine Vielzahl von regionalen Lehrlingsinitiativen, die sich in deiner Region für die Lehrlingsausbildung stark machen. Hier findest du eine Übersicht über die verschiedenen Initiativen: • Leiblachtal, www.leiblachtal-erleben.eu • Werkraum Bregenzerwald, www.werkraum.at • Lehre Hofsteig, www.hofsteig.com • Lehrlingsinitiative Lustenau, www.lustenau.at/lehre • Hohenemser Lehrlingsbörse, www.hohenems.at/lehrlingsboerse • EXTRIX Lehre am Kumma, www.extrix.at • WIGE im Vorderland & HeartBeat, www.wige-vorderland.at • Lehre im Walgau, www.lehre-im-Walgau.at • Lehre Montafon, www.lehremontafon.at

Was ist die Probezeit?

Bei Beginn eines neuen Arbeitsverhältnisses musst du eine sogenannte Probezeit durchlaufen. Für Lehrlinge geht diese 3 Monate. Das gibt dir und deinem Arbeitgeber Zeit euch kennenzulernen und zu schauen ob diese Ausbildung das Richtige für dich ist. In der Probezeit kannst du sowie dein Chef das Arbeitsverhältnis ohne Angabe von Gründen beenden.

Wie finde ich meine Stärken heraus?

Jeder von uns hat Stärken und Schwächen. Mit ein paar einfachen Fragen kannst du schnell herausfinden, worin deine Stärken liegen. Hast du dir schon einmal überlegt, was du gut kannst? Wofür dich deine Familie oder Freunde schon gelobt haben? Ist es der Umgang mit anderen Menschen, mit Tieren oder das handwerkliche Arbeiten? Bist du kreativ und hast viele neue Ideen? Zeig, was du drauf' hast!

Muss ich mich selber bei der Berufsschule anmelden?

Nein, das macht das Unternehmen für dich, bei dem du die Lehre beginnst.

Was muss ich vor dem Bewerbungsgespräch beachten?

Plane am Tag des Bewerbungsgesprächs genug Zeit ein, du solltest niemals zu spät zum vereinbarten Termin kommen. Informier' dich schon vorher wie du am besten zur Adresse des Unternehmens kommst, welcher Bus oder Zug dich dort hinbringt oder wie lange die Fahrt dauert. Achte auf ein gepflegtes Aussehen, lass unbedingt den Kaugummi weg und schalte dein Handy aus. Sollte es passieren, dass du den Termin absagen musst (z. B. weil du krank bist) ruf früh genug bei deiner Ansprechperson im Unternehmen an und verschiebe deinen Termin.

Was ist eigentlich ein Motivationsschreiben?

Das Motivationsschreiben bzw. Bewerbungsschreiben ist Teil deiner Bewerbungsunterlagen. In deinem Motivationsschreiben machst du dem Betrieb klar, warum genau du der/die Richtige für die Lehrstelle bist. Wenn du dich im Vorhinein über das Unternehmen schlau machst, fällt dir das Schreiben bestimmt einfacher. Gib dein Motivationsschreiben vor dem Absenden am besten einem Erwachsenen zum Korrekturlesen – eine gute Bewerbung ist vor allem fehlerfrei!

Arbeitsbereiche

Orthopädie ist ein Teilbereich der Medizin, welcher Deformationen des Körpers korrigiert bzw. diesen vorbeugt. Für den medizinisch-chirurgischen Bereich sind Fachärzt*innen für Orthopädie zuständig, für den technischen und handwerklichen Bereich die Orthopädietechniker*innen, die orthopädische Geräte und Hilfsmittel anfertigen. Orthesen kommen überall zur Anwendung, wo Gliedmaßen einer äußeren Stabilisierung oder Korrektur bedürfen, z. B. nach Unfällen, Verletzungen oder bei angeborenen Deformationen. Zur Orthesentechnik gehören Produkte wie Stützapparate für Kopf, Rumpf und Gliedmaßen sowie Hilfsmittel wie z. B. Bandagen, Stützmieder, medizinische Fußstützen und Einlagen.

In Zusammenarbeit mit den Ärzt*innen wird von Fall zu Fall abgeklärt, welches Hilfsmittel für die Kund*innen benötigt wird. Jede Orthese wird nach den Maßen der Patient*innen in Einzelarbeit geplant, berechnet, gezeichnet und schließlich handwerklich hergestellt. Auch vorgefertigte Einzelteile stehen zur Verfügung und werden entsprechend angepasst. Für das Abmessen von Körperteilen werden computerunterstützte Messgeräte eingesetzt. Die Werkstücke in der Orthopädie verlangen maßgenaue handwerkliche Feinarbeit, denn exakte Funktion der Hilfsmittel und optimaler Sitz beeinflussen die Lebensqualität des behinderten Menschen ganz entscheidend. Manchmal muss ein Hilfsmittel mehrmals angepasst und wieder abgeändert werden.

Orthesentechniker*innen installieren und justieren (= genau einstellen) mechanische, hydraulische, biomechanische und elektronisch gesteuerte Gelenke und Stützapparate und führen verschiedene Wartungs- und Reparaturarbeiten aus. Sie beraten und informieren ihre Patient*innen in medizinisch-technischer Hinsicht und erklären die Handhabung und Verwendungsweise der Produkte.

Arbeitsumfeld

Orthesentechniker*innen arbeiten mit Berufskolleg*innen und weiteren Fach- und Hilfskräften in Werkstätten von gewerblichen Klein- und Mittelbetrieben. Sie haben direkten Kontakt zu ihren Kund*innen und Patient*innen (beim Maßnehmen, bei der Anprobe, beim Verkauf). Sie arbeiten außerdem eng mit den Fachärzt*innen für Orthopädie zusammen.

Arbeitsmittel

Orthesentechniker*innen verwenden und verarbeiten Materialien wie Titan, Karbonfasern, Kunststoffe und Silikon sowie Holz, Metall, Baumwolle, Leinen und Filz. Dabei wenden sie verschiedene Bearbeitungstechniken wie Sägen, Formen, Löten, Kleben, Leimen, Schleifen, Bohren, Fräsen etc. an und hantieren mit Maschinen, Werkzeugen und Geräten wie Zangen, Scheren, Feilen, Hämmer, Fräs-, Löt- und Schweißmaschinen. Weiters programmieren und bedienen sie computergestützte Mess- und Fertigungsgeräte.

Lehre und Matura?

Das Ausbildungsmodell Lehre und Matura ist die erste Wahl für alle Jugendlichen, die eine praxisorientierte Fachausbildung mit einer breiten Allgemeinbildung verbinden wollen.
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