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„Der Lehre den verdienten Stellenwert geben“

September 25, 2019

In der Lehrlingswerkstatt des Autohaus Gerster in Koblach wurde unsere Plattform offiziell von LH Markus Wallner, AK-Präsident Hubert Hämmerle und WKV-Präsident Hans Peter Metzler vorgestellt.

In Vorarlberg sind mit einer qualifizierten Lehrausbildung vielfältigste Chancen und Möglichkeiten verknüpft. Denn hierzulande ist die Lehre Türöffner für Job und Karriere. So entscheiden sich dann Jahr für Jahr mehr als die Hälfte aller 15-Jährigen, diesen Ausbildungsweg zu beschreiten – ein absoluter Höchstwert im bundesweiten Ländervergleich. Um diese Erfolgsgeschichte fortzuschreiben, ziehen alle wesentlichen Akteure in Vorarlberg engagiert an einem Strang. Heuer im Februar ist in einem gemeinsamen Kraftakt von Land, Wirtschaftskammer und Arbeiterkammer Vorarlberg der Verein „Lehre in Vorarlberg“ aus der Taufe gehoben worden. Mit ihm sollen die Vorteile einer qualitativ hochwertigen Lehrlingsausbildung in Vorarlberg noch gezielter in das öffentliche Blickfeld gerückt werden.

 

Klare Aufgaben

Die duale Ausbildung mit einer fundierten Lehre hat wesentlichen Anteil daran, dass Vorarlberg gegenüber anderen Regionen vergleichsweise eine sehr geringe Jugendarbeitslosigkeit aufweisen kann. Diesen Zusammenhang immer wieder zu kommunizieren und sichtbar zu machen, ist eine Aufgabe des Vereins. Daneben sollen die enormen Chancen aufgezeigt werden, die hierzulande mit der dualen Ausbildung einhergehen. Eine weitere Aufgabe liegt in der Bündelung von Projekten und Initiativen. Auch neue Konzepte sollen etabliert werden.

 

Chancen der Lehre noch stärker kommunizieren

Die Lehre in Vorarlberg muss ein anerkanntes Qualitätsprodukt bleiben, betont Landeshauptmann Markus Wallner: „Es gibt kein vergleichbares Ausbildungsmodell, dass die Vorzüge der praktischen Arbeit mit dem theoretischen Fachwissen derart vorteilhaft vereint wie die Lehre“. Die vorbildliche Umsetzung bringt unserem Land national wie international viel Beachtung und Anerkennung ein. Wallner: „Nachdem uns ganz Europa beneidet, war es an der Zeit, die hervorragende Arbeit der Vorarlberger Ausbildungsbetriebe und unserer Lehrlinge ebenso wie die damit einhergehenden Chancen für junge Menschen auch im eigenen Land stärker zu kommunizieren. Wir sind heute das Bundesland mit der höchsten Lehrlingsquote und wollen das auch in Zukunft sein“. Einmal mehr erinnert der Landeshauptmann an die regelmäßigen Erfolge von Vorarlberger Lehrlingen bei bundesweiten und internationalen Wettbewerben: „Das ist eine schöne Bestätigung für die gute Ausbildungsarbeit, die in den Unternehmen und Berufsschulen des Landes geleistet wird“.

 

Das hat sich seither getan:

  • lehre-vorarlberg.at als neue zentrale Lehrlings-Plattform ausgebaut:
    Neue Lehrstellen-Börse in Zusammenarbeit mit dem AMS (hunderte offene Lehrstellen online, direkter Business-Zugang für Unternehmen); Infos zu über 190 Lehrberufen, die aktuell im Land angeboten werden und über 1.800 Ausbildungsbetrieben

  • Bereits über 3.000 Plattform-Zugriffe monatlich ohne bisherige Bewerbung. Über 40 % allein zu den offenen Lehrstellen
  • Redaktionelle Arbeit: wöchentlich neue Interviews und Berichte über Lehrlinge, Ausbilder, Projekte und Veranstaltungen. Schule abgebrochen? Lehre nach der Lehre? Lehre nach der Matura? Lehre mit 40 Jahren? Jeder Lehrling hat eine spannende Geschichte, die erzählt wird
  • Contentmarketing/Storytelling über Facebook für die Zielgruppe der Eltern und Unternehmen sowie über verschiedene Magazine (etwa „Check Check Lehre“ der WKV)
  • Projekt-Kooperationen mit Einrichtungen wie aha, BIFO und BIZ (etwa gemeinsame Broschüre „Lehre gesucht“, Bewerbungsfoto-Aktion, gemeinsamer Messe-Auftritt)
  • Schnittstelle der regionalen Lehrlingsinitiativen (u.a. Lehre im Walgau), um den Austausch untereinander und einzelne Projekte zu fördern
  • Neuer Messe-Auftritt für die regionalen Ausbildungsmessen: interaktive Vorarlberg-Karte, die sämtliche aktuell offenen Lehrstellen anzeigt
  • Virtuelle Lehrlingsplattform: Pünktlich zur i-Messe, der größten Ausbildungsmesse Vorarlbergs von 7. bis 9. November 2019, wird „Lehre in Vorarlberg“ auch als virtuelle Plattform auftreten. Im Rahmen dieses innovativen Vorzeige-Projektes wird eine VR-App für die Oculus Go-Brille produziert. Mit Lehrlingen aus sieben verschiedenen Berufsgruppen entstehen authentische 360°-3D-Videos, damit SchülerInnen über die Virtual Reality-Brille erste, authentische Eindrücke gewinnen können. Nach und nach wird die App mit weiteren Berufen befüllt. Auch ein Elternpaar wird in der App ihre wichtigsten Erfahrungen mitteilen.
    Die Brillen werden vielfach eingesetzt: Auf regionalen Ausbildungsmessen, durch Lehrlinge als sogenannte Ausbildungsbotschafter an Schulen, am BIFO, beim aha, auf der Website und bei Veranstaltungen.

 

 

Auch der Ausblick sieht vielversprechend aus:

  • „Lehre & Matura“: Derzeit entsteht ein neues Modell für Vorarlberg. Dabei übernimmt der Verein die Koordination. Grundsätzliche Entscheidungen liegen allerdings beim Bund, weshalb wohl frühestens mit Ende des Jahres mit weiteren Details zu rechnen ist.
  • Lehrlinge als Community: Ab dem Frühjahr 2020 soll es regelmäßig verschiedene Veranstaltungen für Lehrlinge geben, bei denen Engagement, Mehrwert und Zusammengehörigkeit im Mittelpunkt stehen werden. Anders als etwa Schüler werden die mehr als 7.000 Lehrlinge selten als zusammenhängende, soziale Gruppe gesehen. Mit der Entwicklung eines Gemeinschaftsgefühls, einer Community, könnte das Ausbildungsmodell an sich langfristig profitieren und die Lehre dadurch sogar einen noch höheren Stellenwert bekommen.
  • Engere Zusammenarbeit mit Schulen: Für unsere wichtigste Zielgruppe möchten wir auf allen Ebenen die Berufsorientierung unterstützen und kommunizieren.

 

All die bisherigen und geplanten Maßnahmen werden von den drei Trägern des Vereins finanziert. Das jährliche Budget beträgt insgesamt 195.000 Euro.

 

 

Stimmen zu „Lehre in Vorarlberg“

 

LH Markus Wallner:

„Klar ist: Wer in Lehrlinge investiert, investiert in die Wettbewerbsfähigkeit von morgen. Wenn wir als Region auf diesem Gebiet weiter erfolgreich bleiben sollen, dürfen wir in unserem Bemühen um ein optimales Umfeld und beste Rahmenbedingungen auf keinen Fall nachlassen. Der Verein wird dabei mithelfen, das Bewusstsein um die enorme Bedeutung einer qualifizierten Lehrlingsausbildung für unseren Produktions- und Wirtschaftsstandort wach zu halten und das Image der Lehre bei potenziellen Lehrbetrieben, Jugendlichen und Eltern weiter zu stärken. Sehr positiv ist, dass so viele junge Menschen in Vorarlberg die Vorteile, die mit einer qualifizierten Lehre verbunden sind, nicht nur erkennen, sondern aktiv nützen.”

 

WKV-Präsident Hans Peter Metzler:

„Schon die Konstellation des Vereins ist beispiellos. Jetzt gilt es, die Inhalte aus dem mit der Arbeiterkammer gemeinsam erstellten 10-Punkte-Maßnahmenpaket auch umzusetzen. Die beeindruckenden Bemühungen der Vorarlberger Ausbilder brauchen ebenso eine Bühne wie die Leistungen der Lehrlinge: Sie sind Teil unseres großen Erfolges. Das unterstreicht den Stellenwert der Lehre in unserem Land und zeigt, welch wichtige Säule die duale Ausbildung für den Wirtschaftsstandort Vorarlberg darstellt.“

 

AK-Präsident Hubert Hämmerle:

„,Lehre in Vorarlberg‘ ist die logische und konsequente Fortführung des eingeschlagenen Weges nach dem Schulterschluss mit der Wirtschaftskammer und dem ,10-Punkte-Programm für die duale Ausbildung‘ zusammen mit Land und WK. Wir wollen Vorarlberg zum Hot-Spot der Lehre in Europa machen. So sind wir auf dem besten Wege dazu. So eine Initiative ist wohl nur im Ländle möglich.“

 

Geschäftsführer Markus Curin:

„Wir möchten in der Phase der Berufsorientierung zur Stelle sein. Ob sich junge Menschen nun für eine höhere Schule oder eine Berufsausbildung entschließen: Wichtig ist, dass sie über sämtliche Chancen informiert sind, ihre Stärken kennenlernen und ihren eigenen Weg finden. Eltern bekommen überdies Inspiration, Hintergrund-Infos, direkte Einblicke und können zusammen mit ihren Kindern aus hunderten offenen Lehrstellen eine Auswahl treffen.“

 

 

Facts:

Lehre in Vorarlberg – Verein für Projektentwicklungen
Gegründet: Jänner 2019

Obmann: Hans Peter Metzler
Vorstand: Hubert Hämmer, Isabella Salzmann (beide AK), Karlheinz Rüdisser, Harald Moosbrugger (Land Vorarlberg), Michael Moosbrugger (WKV)

Geschäftsführer: Markus Curin

 

Bildnachweis: Land Vorarlberg/Bernd Hofmeister