Lehre als

Orthopädietechnik – Prothesentechnik

Mit Ärzten arbeiten und Menschen neue Hoffnung geben? Prothesentechnik kann wahre Wunder vollbringen!

Kurzbeschreibung

OrthopädietechnikerInnen im Bereich Prothesentechnik stellen nach medizinischen Unterlagen Prothesen (= künstlicher Ersatz fehlender Körperteile) her, die zum Ausgleich von Fehlbildungen und Erkrankungen des menschlichen Bewegungsapparates dienen. Sie verarbeiten Materialien wie Holz, Metall, Kunststoff und Silikon. Sie hantieren mit verschiedenen Werkzeugen und Geräten und bedienen computergesteuerte Mess- und Fertigungseinrichtungen. Sie arbeiten in Werkstätten von orthopädischen Fachgeschäften oder in orthopädischen Abteilungen von Krankenhäusern im Team mit BerufskollegInnen und haben Kontakt zu Fachkräften aus dem medizinischen Bereich, z. B. FachärztInnen für Orthopädie und PhysiotherapeutInnen.

Tätigkeiten

  • auf der Grundlage von ärztlichen Verordnungen orthopädische Prothesen herstellen
  • KundInnen und PatientInnen beraten und informieren
  • technische und medizinische Unterlagen anfertigen, lesen und anwenden
  • Werkstücke abmessen, abformen und modellieren; Einzelstücke in Handarbeit anfertigen
  • dabei verschiedene Holz- und Metallverarbeitungstechniken anwenden, wie z. B. Schneiden, Sägen, Schleifen, Bohren, Fräsen Formen, Löten, Nieten, Kleben, Leimen
  • Prothesen an den Gliedmaßen bzw. am Körper der KundInnen anpassen
  • Prothesen warten, reparieren und instandhalten
  • Maschinen, Geräte und Werkzeuge reinigen, pflegen und warten, einfache Instandhaltungsarbeiten durchführen

So viel wirst du in etwa verdienen

Dein Lehrlingseinkommen (brutto) laut Kollektivvertrag (Stand 2022).

702-749

1. Lehrjahr

laut Kollektivvertrag

884-959

2. Lehrjahr

laut Kollektivvertrag

1.165-1.255

3. Lehrjahr

laut Kollektivvertrag

1.549-1.657

4. Lehrjahr

laut Kollektivvertrag

Anforderungen

Jeder Beruf erfordert ganz spezielle Sach- und Fachkenntnisse, die in der Ausbildung vermittelt werden. Daneben gibt es auch eine Reihe von Anforderungen, die praktisch in allen Berufen wichtig sind. Dazu gehören: Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit und Pünktlichkeit, genaues und sorgfältiges Arbeiten, selbstständiges Arbeiten, Einsatzfreude und Verantwortungsbewusstsein. Auch die Fähigkeit und Bereitschaft mit anderen zusammen zu arbeiten (Teamfähigkeit) und Lernbereitschaft sind heute kaum noch wegzudenken.

Welche Fähigkeiten und Eigenschaften in DIESEM Beruf sonst noch erwartet werden, kann von Betrieb zu Betrieb sehr unterschiedlich sein. Die folgende Liste gibt dir einen Überblick über weitere Anforderungen, die häufig gestellt werden.

 

Denk daran: Viele dieser Anforderungen sind auch Bestandteil der Ausbildung.

 

Körperliche Anforderungen: Welche körperlichen Eigenschaften sind wichtig?

  • Handgeschicklichkeit: präzises Anfertigen von Prothesen und Orthesen, Anpassen der Heilbehelfe, Zusammenbauen der einzelnen Teile
  • Fingerfertigkeit: Feilen, Schleifen, Einpassen von Gelenken
  • Auge-Hand-Koordination: Nähen, Zusammenbauen der einzelnen Teile, Befestigen kleiner Teile

 

Sachkompetenz: Welche Fähigkeiten und Kenntnisse werden von mir erwartet?

  • räumliche Vorstellungsfähigkeit: Modellieren, Herstellen von Prothesen, Anpassen der Prothesen

 

Sozialkompetenz: Was brauche ich im Umgang mit anderen?

  • Kommunikationsfähigkeit
  • Kontaktfreude
  • Kundinnen-/Kundenorientierung
  • Selbstständigkeit

 

Selbstkompetenz: Welche persönlichen Eigenschaften sollte ich mitbringen?

  • technisches Verständnis: Anfertigen komplizierter Prothesen unter Einbeziehung der Elektronik

Berufsschulen

Landesberufsschule Graz 1

Hans-Brandstetter-Gasse 12

8010 Graz

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FAQs

Du hast Fragen? Wir haben Antworten.

Soll ich zum Tag der offenen Tür gehen, wenn das ein Unternehmen anbietet?

Ja, unbedingt. Warum? Weil du die Möglichkeit erhältst einen Blick hinter die Kulissen zu werfen: Du lernst die Firma und deinen möglichen zukünftigen Lehrberuf besser kennen, kannst mit Lehrlingen und Ausbildern vor Ort sprechen und alle deine Fragen stellen usw. Wenn das Unternehmen auch Schnuppertage anbietet und du dich für eine Lehrstelle dort interessierst, melde dich gleich zum Schnuppertag an – dort erhältst du weitere, noch tiefere Einblicke ins Unternehmen und den Lehrberuf.

Was ist eigentlich ein Motivationsschreiben?

Das Motivationsschreiben bzw. Bewerbungsschreiben ist Teil deiner Bewerbungsunterlagen. In deinem Motivationsschreiben machst du dem Betrieb klar, warum genau du der/die Richtige für die Lehrstelle bist. Wenn du dich im Vorhinein über das Unternehmen schlau machst, fällt dir das Schreiben bestimmt einfacher. Gib dein Motivationsschreiben vor dem Absenden am besten einem Erwachsenen zum Korrekturlesen – eine gute Bewerbung ist vor allem fehlerfrei!

Was passiert bei einem Schnuppertag?

Viele Unternehmen bieten interessierten zukünftigen Lehrlingen die Möglichkeit in den Lehrberuf „hinein zu schnuppern“. Du verbringst einen Tag in der Firma, kannst dich über den Lehrberuf informieren, erste Handgriffe und Tätigkeiten ausprobieren und den Betrieb kennenlernen.

Wie finde ich offene Lehrstellen?

Alle Ausbildungsbetriebe findest du unter dem Menüpunkt „Lehrbetriebe“. Hier siehst du auch gleich welche Betriebe in welchen unterschiedlichen Lehrberufen ausbilden. Du kannst dir die Websites der Betriebe anschauen, die dir gefallen und oft findest du dort auch offene Lehrstellen. Aber auch auf anderen Wegen findest du offene Lehrstellen: In den Berufsinfozentren (BIZ Bregenz, BIZ Feldkirch, BIZ Bludenz ), bei der Lehrlingsstelle der Wirtschaftskammer und der Landwirtschaftskammer, bei der Lehrlings- und Jugendabteilungen der Arbeiterkammer und im BIFOInformationszentrum Dornbirn kannst du dich über offenen Lehrstellen informieren. Oft findest du auch Stelleninserate in der Zeitung oder aber Familienmitglieder und Freunde wissen über offene Lehrstellen in einer Firma Bescheid. Wenn möglichst viele Personen wissen, dass du auf Lehrstellensuche bist, können sie dich bei deiner Suche unterstützen. Sollte es nicht klappen, erkundige dich beim BIFO nach der Möglichkeit des Jugendcoachings – hier hilft dir dein persönlicher Coach bei der Lehrstellensuche.

Wie funktioniert die Lehre & Matura?

Das Ausbildungsmodell Lehre und Matura ist die erste Wahl für alle Jugendlichen, die eine praxisorientierte Fachausbildung mit einer breiten Allgemeinbildung verbinden wollen. Wenn du dich für eine Lehre & Matura entscheidest, verbindest du gleich vieles miteinander: Du erhältst eine Fachausbildung, verdienst Geld, sammelst Berufserfahrung und hast somit perfekte Aufstiegschancen. Facts zu Lehre & Matura: • Deine Lehre muss mindestens drei Jahre dauern • Im zweiten Lehrjahr beginnt an einem zusätzlichen Nachmittag dein Unterricht an einer frei wählbaren Berufsschule in Vorarlberg • Das Angebot ist für dich als Lehrling kostenfrei • Der „Ausstieg“ ist ohne Auswirkungen auf deine Lehrausbildung jederzeit möglich • Nach deiner Lehrzeit geht es mit Abendunterricht weiter – bis zum fünften Jahr nach Lehrbeginn. Du bist interessiert oder hast Fragen? Dann melde dich bei der Lehrlingsstelle der Wirtschaftskammer Vorarlberg unter T 05522-305-1155 oder lehre@wkv.at.

In meinem Wunschbetrieb ist die Lehre, die ich gerne machen würde, nicht ausgeschrieben – muss ich mir jetzt etwas Anderes überlegen?

Wenn du deinen Traumberuf auf Anhieb nirgends ausgeschrieben siehst, ist das nicht unbedingt ein Grund die Zukunftspläne komplett überdenken zu müssen – du kannst dich auch bei einem Betrieb bewerben, ohne dass dieser eine Stellenanzeige geschalten hat. Das nennt man Initiativbewerbung.

Arbeitsbereiche

Orthopädie ist ein Teilbereich der Medizin, welcher Deformationen des Körpers korrigiert. Für den medizinisch-chirurgischen Bereich sind FachärztInnen für  Orthopädie zuständig, für den technischen und handwerklichen Bereich die OrthopädietechnikerInnen, die orthopädische Hilfsmittel anfertigen. Bei der Herstellung von Prothesen kommt es vor allem auch auf die Funktionalität (z. B. Greifen, Gehen) des Hilfsmittels (der  Prothese) an. Moderne Techniken, wie z. B. das Maßnehmen per  Laser, unterstützen bei der Ausführung der Arbeiten. Durch neue Technologien werden aber auch die Funktionen einiger orthopädischer Hilfsmittel verfeinert. Es gibt zum Beispiel elektronisch gesteuerte Prothesen, weshalb OrthopädietechnikerInnen auch über Kenntnisse der Elektronik,  Pneumatik Hydraulik und Biomechanik verfügen.

ProthesentechnikerInnen arbeiten auf der Grundlage ärztlicher Anweisungen. Zunächst nehmen sie die Körpermaße ihrer KundInnen und fertigen Werkskizzen und Gipsmodelle an. Mit Hilfe der Modelle prüfen sie die Passform und nehmen Anproben und Änderungen vor. Sie stellen alle erforderlichen Kunststoff- und Metallteile der  Prothese her und bauen die einzelnen Teile zusammen. Neben der Herstellung gehören auch die Änderung sowie die Wartung und Reparatur von Prothesen zu den Aufgaben der ProthesentechnikerInnen. Sie beraten und informieren ihre KundInnen und PatientInnen in medizinisch-technischer Hinsicht und erklären die Handhabung und Verwendungsweise der  Prothese. Außerdem führen sie verschiedene Wartungs-, Anpassungs- und Reparaturarbeiten an den Produkten durch.

Arbeitsumfeld

ProthesentechnikerInnen arbeiten mit BerufskollegInnen und weiteren Fach- und Hilfskräften in Werkstätten von gewerblichen Klein- und Mittelbetrieben. Sie haben direkten Kontakt zu ihren KundInnen und PatientInnen (beim Maßnehmen, bei der Anprobe, beim Verkauf). Sie arbeiten weiters eng mit den FachärztInnen für  Orthopädie zusammen (siehe Arzt/Ärztin).

Arbeitsmittel

ProthesentechnikerInnen verwenden und verarbeiten Materialien wie Titan, Karbonfasern, Kunststoffe und Silikon sowie Holz, Metall, Baumwolle, Leinen und Filz. Dabei wenden sie verschiedene Bearbeitungstechniken wie Sägen, Formen, Löten, Kleben, Leimen, Schleifen, Bohren, Fräsen etc. an und hantieren mit Maschinen, Werkzeugen und Geräten wie Zangen, Scheren, Feilen, Hämmer, Fräs-, Löt- und Schweißmaschinen. Weiters programmieren und bedienen sie computerunterstützte Mess- und Fertigungsgeräte.

Lehre und Matura?

Das Ausbildungsmodell Lehre und Matura ist die erste Wahl für alle Jugendlichen, die eine praxisorientierte Fachausbildung mit einer breiten Allgemeinbildung verbinden wollen
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